| Aufbruch trotz Katerstimmung |
| Montag, 22. Oktober 2007 | |
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Gefährlich wäre es, das Referendum als „vorbildlich“ einzustufen. „Es gab Betrug vom ersten Tag der Kampagne an. Mit Lügen, Drohungen und Einschüchterung sind die CAFTA-Befürworter vorgegangen. Dabei konnten sie auf die volle Unterstützung des Staatsapparates und der Massenmedien zählen“, konstatiert Fernando Francia, Direktor des alternativen Radio Dignidad. Für die CAFTA-KritikerInnen gab es außer bei einer handvoll TV-Duells im Staatssender keinen öffentlichen Raum in den Medien; auch keine kostenlosen Werbespots wie man das aus Europa kennen mag. Für bezahlte Spots oder massive Anzeigenschaltung konnte das Geld nicht aufgebracht werden. Eigentlich ein Armutszeugnis. Und trotzdem stimmte fast die Hälfte der WählerInnen mit „Nein“. An den letzten drei Tagen vor dem Volksentscheid hatte sich das Weiße Haus in Washington noch einmal massiv eingeschaltet. Die Massenmedien Costa Ricas machten sich einmal mehr zu Erfüllungsgehilfen von Parteigängern des US-Präsidenten, welche drohten: „Nachverhandelt werden kann nicht. Wenn CAFTA nicht gewinnt, wird Costa Rica bestraft“. Eine eigens angereiste Delegation von US-Demokraten widersprach dieser Ansicht, wurde aber eisern von TV und Tagespresse ignoriert. Durchgefallen ist das „Nein“ vor allem bei denen, auf die viele CAFTA-Gegner vor allem gesetzt hatten: Den intellektuellen Mittelschichten. In San Josés Univiertel San Pedro etwa gewann das „Ja“ deutlich. Genau wie in den Gegenden mit Industrieparks und Freihandelszonen, sowie den Arbeiterschlafstädten Cartago und Heredia, wo die Unternehmer massive Einschüchterungskampagnen fuhren. Nur in Alajuela konnte sich das „Nein“ durchsetzen. Anders als bei den Präsidentschaftswahlen färbten sich vor allem die ärmsten Regionen des Landes „rot“ (sprich das „Nein“ gewann): In Puntarenas, im armen Süden (Osa-Halbinsel und Golfito), dem strukturschwachen Norden (San Ramon, La Fortuna) sowie in Guanacaste stimmte die Mehrheit gegen die Gringos. Als besonders firm erwiesen sich dabei die Indigenen: In keinem Wahllokal auf Indio-Gebiet bekamen die CAFTA-Befürworter auch nur einen Fuß auf den Boden. |


Graue Regenwolken hängen dieser Tage schwer über dem mittelamerikanischen Costa Rica. Dieses Wetter bringt die Stimmung der GegnerInnen des Freihandelsabkommens CAFTA mit den USA auf den Punkt: Beim Referendum am Sonntag, den 7. Oktober, unterlagen sie um 3,2 Prozentpunkte.
Gewonnen haben die CAFTA-GegnerInnen vor allem eine neue Organisationsform: Die „patriotischen Komitees“ 