| Parteien Costa Ricas vor der Wahl 2010 |
| Freitag, 18. September 2009 | |
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Torge Löding, voces nuestras | Aufsehen erregte die Nominierung der KandidatInnen der Linkspartei "Frente Amplio" ("Breite Front") für die Wahlen am 07. Februar 2010: Mit José Maria Villalata (32) und Eva Carazo (34) stehen zwei landesbekannte, junge AktivistInnen der sozialen Bewegung auf den aussichtsreichsten Plätzen. Sie stehen für einen Generationswechsel. "Wir setzen auf einen radikalen Wandel dieses Systems. Denn es schließt Menschen aus und konzentriert die Möglichkeiten und den Reichtum in immer weniger Händen. Für die Mehrheit produziert es schlechte Konditionen. Wir wollen eine solidarische und gerechte Gesellschaft. Erreichen wollen wir das Hand in Hand mit den sozialen Bewegungen. Jede Art von Privatisierung lehnen wir ab", sagte Eva Carazo.
Den wohl schillernsten Kandidaten schickt die "Partei der Christlich-Sozialen Einheit" (PUSC) ins Rennen. Sie hat ihren Ex-Präsidenten (1990-1994) Rafael Angel Calderón aufgestellt. Die Christsozialen mussten dafür ihre Statuten ändern, denn gegen den Politiker läuft ein Korruptionsverfahren. Costa Rica ist das einzige Land Lateinamerikas, in dem eine Partei, welche für die Rechte von Menschen mit Behinderung streitet, einen Parlamentssitz errungen hat. Seit 2006 vertritt der Blinde Oscar Lopez die "Partei für Barrierefreiheit" (PASE) im Parlament. Einen Namen gemacht hat er sich in dieser Zeit als unermüdlicher Kämpfer für soziale Rechte und gegen das umstrittene CAFTA-Freihandelsabkommen. Im kommenden Jahr tritt er als PASE-Präsidentschaftskandidat an, denn eine zweite Amtszeit als Abgeordneter ist nicht möglich. Trotzdem hofft die PASE ihren Sitz zu verteidigen. Das Herz mit der Nationalfarbe, angelehnt an das Logo der Anti-CAFTA-Bewegung, verwendet unterdessen die neugegründete "Patriotische Allianz" (AP) als Symbol. Diese Gruppierung möchte vor allem die 49 Prozent der costaricanischen WahlbürgerInnen für sich gewinnen, welche beim Referendum 2007 gegen das CAFTA-Freihandelsabkommen zwischen den USA, Zentralamerika und der Dominikanischen Republik gestimmt haben und damit hauchdünn unterlagen. ?Wir sind eine Allianz gegen den Neoliberalismus. Politisch stehen wir Mitte-Links und suchen eine Koalition mit Kräften, die ein anderes Costa Rica für möglich halten und mehr Sozialstaat wollen?, sagte Präsidentschaftskandidat Rolando Araya. Im Jahr 2002 war er als Kandidat der regierenden Sozialdemokraten (PLN) angetreten, sein Bruder Johnny ist PLN-Bürgermeister der Hauptstadt San José. Für die rassistische "Libertären Bewegung" (ML) tritt erneut der Ultrarechte Otto Guevara an. Bei den Wahlen 2006 errang Guevara gut acht Prozent der Erst- und neun Prozent der Zweitstimmen. Im kommenden Jahr wird das hoffentlich weniger. |

Die ehemalige Vizepräsidentin und Innenministerin Laura Chinchilla. Die erste weibliche Präsidentschaftskandidatin in Costa Rica vertritt den rechten Parteiflügel der in Costa Rica ohnehin sehr konservativen Sozialdemokraten 
